Medikamente ab 60
Die richtige Einnahme von Medikamenten ist für Menschen ab 60 besonders wichtig, da der Körper Wirkstoffe im Alter langsamer abbaut und Wechselwirkungen häufiger auftreten. Viele Senioren nehmen täglich mehrere Präparate ein – eine gute Organisation und regelmäßige Absprache mit dem Arzt oder Apotheker können ernsthafte Risiken vermeiden.
Zuletzt aktualisiert: 25.05.2026 18:01 Uhr
Medikamente — Das Wichtigste auf einen Blick
Medikamente helfen Senioren ab 60, chronische Erkrankungen zu behandeln und die Lebensqualität zu erhalten – vorausgesetzt, sie werden sicher, korrekt dosiert und aufeinander abgestimmt eingenommen.
⚠️ Wann sofort zum Arzt?
- Plötzliche Verwirrtheit, Schwindel oder Stürze nach Medikamenteneinnahme – sofort den Notruf 112 oder Arzt kontaktieren
- Starke allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Atemnot oder Schwellung von Lippen und Zunge nach Einnahme eines neuen Präparats
- Ungewöhnliche Blutungen (z. B. aus Zahnfleisch, Nase, im Urin) bei Einnahme von Blutverdünnern wie Marcumar oder Eliquis
- Herzrasen, starke Brustschmerzen oder anhaltende Übelkeit und Erbrechen als mögliche Zeichen einer Überdosierung oder schweren Wechselwirkung
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Häufige Fragen zu Medikamente
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten, was bei Senioren sehr häufig vorkommt. Je mehr Präparate kombiniert werden, desto größer ist das Risiko für Wechselwirkungen, bei denen sich Medikamente gegenseitig abschwächen oder verstärken können. Der alternde Körper baut Wirkstoffe langsamer ab, sodass sich diese anreichern und Nebenwirkungen häufiger auftreten. Regelmäßige Medikamentenchecks beim Hausarzt oder in der Apotheke – sogenannte Medikationsanalysen – können helfen, unnötige Präparate zu identifizieren und Risiken zu reduzieren.
Die sogenannte PRISCUS-Liste (aktualisierte Version 2023) enthält Medikamente, die für Senioren potenziell ungeeignet sind, darunter bestimmte Schlafmittel (z. B. Benzodiazepine), ältere Antidepressiva, einige Schmerzmittel wie Diclofenac und bestimmte Blutdruckmittel. Diese Substanzen können Stürze, Verwirrtheit, Nierenschäden oder Herzprobleme begünstigen. Sprechen Sie Ihren Arzt direkt darauf an, ob Ihre Medikamente für Ihr Alter geeignet sind. Oft gibt es gut verträgliche Alternativen.
Nein, Grapefruitsaft sollte bei vielen Medikamenten unbedingt gemieden werden. Er enthält Substanzen, die wichtige Enzyme in der Leber und im Darm hemmen, wodurch manche Wirkstoffe – wie bestimmte Cholesterinsenker (Statine), Blutdruckmittel oder Gerinnungshemmer – in viel zu hohen Konzentrationen ins Blut gelangen. Dies kann zu schweren Nebenwirkungen führen. Lesen Sie immer den Beipackzettel sorgfältig und nehmen Sie Medikamente am sichersten mit einem Glas stillem Wasser ein.
Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese so bald wie möglich nach, sofern es noch nicht fast Zeit für die nächste Einnahme ist. Nehmen Sie niemals eine doppelte Dosis ein, um die vergessene zu kompensieren – das gilt besonders für Blutverdünner, Herzmedikamente und Insulin. Bei Unsicherheit rufen Sie Ihren Arzt oder Apotheker an. Für Medikamente, bei denen pünktliche Einnahme besonders wichtig ist (z. B. Schilddrüsenhormone, Parkinson-Mittel), gilt eine strikte Einhalteempfehlung.
Ja, pflanzliche Präparate wie Johanniskraut, Ginkgo, Knoblauchextrakt oder Mariendistel können erhebliche Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auslösen. Johanniskraut beispielsweise beschleunigt den Abbau vieler Wirkstoffe und kann Blutverdünner, Antidepressiva und Immunsuppressiva deutlich abschwächen. Informieren Sie daher unbedingt Ihren Arzt und Apotheker über alle Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Produkte, die Sie einnehmen – auch wenn diese rezeptfrei erhältlich sind.