Herzgesundheit ab 60
Ihr Herz schlägt jeden Tag über 100.000 Mal für Sie – doch ab dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko für Herzerkrankungen deutlich an. Mit dem richtigen Wissen, regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und einem herzgesunden Lebensstil können Sie Ihr Herzkreislaufsystem aktiv schützen und Ihre Lebensqualität langfristig erhalten.
Zuletzt aktualisiert: 25.05.2026 18:00 Uhr
Herzgesundheit — Das Wichtigste auf einen Blick
Herzgesundheit beschreibt die optimale Funktion von Herz und Blutgefäßen und ist für Senioren ab 60 besonders bedeutsam, da altersbedingte Veränderungen das Risiko für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern erheblich erhöhen.
⚠️ Wann sofort zum Arzt?
- Plötzlicher Druck, Enge oder Schmerzen in der Brust, die in Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen – möglicher Herzinfarkt, sofort 112 rufen
- Plötzliche Atemnot in Ruhe oder beim Liegen, verbunden mit Angstgefühl und kaltem Schweiß – unverzüglich Notruf alarmieren
- Anhaltend unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen oder plötzliches Herzstolpern über mehrere Minuten – sofortige ärztliche Abklärung erforderlich
- Unerklärliche Beinschwellungen kombiniert mit zunehmender Erschöpfung und Kurzatmigkeit – können auf eine Herzinsuffizienz hinweisen, umgehend Arzt aufsuchen
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Häufige Fragen zu Herzgesundheit
Ab 60 Jahren empfehle ich meinen Patienten mindestens einmal jährlich eine umfassende kardiovaskuläre Vorsorge. Dazu gehören die Messung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten sowie ein Ruhe-EKG beim Hausarzt oder Kardiologen. Bei entsprechenden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung ist zusätzlich ein Belastungs-EKG oder eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiografie) sinnvoll. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle zwei Jahre den großen Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren – nutzen Sie dieses Angebot konsequent.
Kurzes Herzstolpern für wenige Sekunden, das von selbst aufhört, ist meist harmlos und tritt häufig bei Stress, Koffein oder Schlafmangel auf. Alarmierend sind dagegen anhaltende Unregelmäßigkeiten über mehrere Minuten, begleitet von Schwindel, Ohnmachtsneigung oder Brustschmerzen. Ein Herzinfarkt äußert sich typischerweise durch anhaltenden Druck oder Schmerz in der Brust, Ausstrahlung in den linken Arm oder Kiefer, Schweißausbrüche und Übelkeit – hier zählt jede Minute und Sie müssen sofort den Notruf 112 wählen. Im Zweifel gilt stets: lieber einmal zu viel den Arzt rufen als zu spät.
Ja, moderater Sport ist selbst bei den meisten Herzerkrankungen ausdrücklich empfohlen und verbessert nachweislich die Herzfunktion sowie die Lebenserwartung. Wichtig ist jedoch, die Belastungsintensität individuell mit Ihrem Kardiologen abzustimmen – ein Belastungs-EKG hilft dabei, Ihre persönliche Trainingsherzfrequenz sicher festzulegen. Empfehlenswert für Senioren sind Ausdauersportarten wie zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik mit mittlerer Intensität. Intensives Krafttraining oder extreme Belastungen sollten hingegen vermieden und vorab unbedingt ärztlich freigegeben werden.
Die mediterrane Ernährungsweise gilt wissenschaftlich als am besten belegt für den Herzschutz: viel frisches Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Olivenöl als Hauptfettquelle und zwei Portionen Fisch pro Woche. Roter und verarbeiteter Fleisch sowie Wurstwaren sollten Sie stark einschränken, ebenso Zucker, Weißmehlprodukte und salzreiche Fertiggerichte. Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßte Kräutertees und vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke. Moderater Weingenuss – maximal ein kleines Glas täglich für Frauen, zwei für Männer – ist kardiovaskulär vertretbar, jedoch kein Muss.
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung im Alter und betrifft in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen, überwiegend über 65 Jahre. Dabei schlagen die Herzvorhöfe chaotisch und unkoordiniert, was die Herzleistung vermindert und vor allem das Schlaganfallrisiko um das Vier- bis Fünffache erhöht, da sich im Vorhof leicht Blutgerinnsel bilden können. Typische Beschwerden sind Herzrasen, Unregelmäßigkeiten im Puls, Erschöpfung und gelegentlich Schwindel – manche Betroffene spüren jedoch gar nichts. Die Behandlung umfasst je nach Situation blutverdünnende Medikamente, Rhythmustherapie oder interventionelle Verfahren wie die Katheterablation – sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Kardiologen über Ihre individuelle Therapieoption.